Hawaiʻi
Besucht im Februar 2024
Hawaiʻi - Inselparadis im Pazifik
Die Inseln von Hawaiʻi sind ein vulkanischer Archipel im zentralen Pazifik und gehören seit 1959 vollständig als 50. Bundesstaat Hawaiʻi zu den USA. Jede Insel ist aus einem oder mehreren Vulkanen entstanden. Insgesamt gehören zu Hawaiʻi 137 Inseln. Die acht größten davon gelten als die Hauptinseln: Hawaiʻi (Big Island), Maui, Oʻahu, Kauaʻi, Molokaʻi, Lānaʻi, Kahoʻolawe und Niʻihau. Die Inselgruppe liegt rund 3.700 km vom US‑Festland entfernt und ist damit einer der isoliertesten bewohnten Orte der Welt.
Hauptstadt und kulturelles Zentrum ist Honolulu auf Oʻahu, wo auch zwei Drittel der Bevölkerung leben. Die Inselgruppe gehört kulturell zum polynesischen Raum, wurde zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert besiedelt. 1898 wurde Hawaiʻi von den USA annektiert und 1959 wurde Hawaiʻi zum 50. Bundesstaat der USA.
Wir besuchten die Inseln im Februar 2024 im Rahmen einer Kreuzfahrt mit der MS Artania.
Hawaiʻi Island (Big Island)
Big Island, offiziell Hawaiʻi Island, ist die größte und geologisch jüngste Insel des Archipels. Sie beeindruckt durch extreme landschaftliche Vielfalt: aktive Vulkane wie Kīlauea und Mauna Loa formen ständig neue Küstenlinien, während der schneebedeckte Mauna Kea über trockene Lavafelder und üppige Regenwälder ragt. Die Insel vereint schwarze, grüne und weiße Strände, Wasserfälle, Kaffeeplantagen und weite, fast mondähnliche Ebenen. Trotz ihrer Größe wirkt Big Island ruhig und weitläufig; kleine Orte wie Hilo und Kailua-Kona prägen das Leben ebenso wie die starke hawaiianische Kultur. Die Insel ist ein Ort, an dem Naturkräfte sichtbar bleiben und die Vielfalt Hawaiʻis in konzentrierter Form erlebbar wird.
Am besten erleben kann man diese Kräfte bei einem Besuch des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalparks. Dieser Park umfasst insbesondere die Caldera des Kilauea. Auf dem Weg zum Kilauea-Krater kommt man durch verschiedene Vegetationszonen. Im Nationalpark selbst kann man zum einen die wunderschöne Vegetation bewundern und man sieht sehr viele Farne, die den Hauptteil des Bewuchses ausmachen. Dabei sind auch große eindrucksvolle Baumfarne. Von der Aussichtsterrasse des Hotels im Nationalpark hat man dann einen atemberaubenden Ausblick auf den Krater des Kilauea.
Als Anzeichen vulkanischer Aktivität hat das Observatorium am Kilauea schon seit langer Zeit die CO2 Konzentration gemessen. Daher verfügt man über lang zurückreichende Statistiken, die heutzutage von Wissenschaftlern für die Berechnung des anthropogenen Anteils des CO2 Gehalts der Atmosphäre herangezogen werden.
Maui
Maui wird häufig als „Valley Isle“ bezeichnet, besteht sie doch im Wesentlichen aus zwei höheren Bergen, die durch ein Tal miteinander verbunden sind. Mit der MS Artania legten in Kahului an, dass an dem einen Ende des Tals liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt die alte historische Hauptstadt der Insel, die in den verheerenden Waldbränden im Herbst 2023 verloren ging. Die Insel ist geprägt vom mächtigen Haleakalā, dessen Kraterlandschaft wie eine andere Welt wirkt, und von der üppigen Hāna‑Küste, die sich in unzähligen Kurven durch Regenwald, Wasserfälle und schwarze Strände schlängelt. Der Haleakalā ist ist ein massiver Schildvulkan, der über 75% der Fläche der Insel bedeckt. einen Berg mit knapp über 3.000 Fuß Höhe.
Maui wirkt zugleich abwechslungsreich und harmonisch – ein Ort, an dem vulkanische Landschaften, tropische Vegetation und hawaiianische Kultur auf besondere Weise zusammenfinden.
Oʻahu
Oʻahu ist die bevölkerungsreichste Insel Hawaiʻis und verbindet urbanes Leben mit tropischer Natur. In Honolulu treffen moderne Skyline, historische Stätten wie ʻIolani Palace und die weltberühmte Waikīkī‑Küste aufeinander. Nur wenige Kilometer entfernt prägen grüne Berge, Regenwälder und die dramatische Kulisse des Koʻolau‑Gebirges das Landschaftsbild. Orte wie die North Shore mit ihren mächtigen Winterwellen oder die ruhigen Buchten im Osten zeigen die Vielfalt der Insel. Oʻahu wirkt zugleich lebhaft und entspannt – ein kultureller Mittelpunkt, in dem hawaiianische Traditionen, multikulturelles Leben und beeindruckende Natur harmonisch zusammenfließen. Oʻahu als Hauptinsel der Hawaiʻi Inseln wird auch als „The Gathering Place“ bezeichnet.
Honolulu, die Hauptstadt des Staates Hawaiʻi, ist zugleich mit über 300.000 Einwohnern die größte Stadt des Staates. In Honolulu findet man das einzige königliche Schloss auf dem Staatsgebiet der USA. Hier residierten vor der Eingliederung Hawaiʻis in die USA die Könige von Hawaiʻi. Neben dem Königs-Schloss sind das Parlamentsgebäude sowie die Residenz des Gouverneurs zu bestaunen. Im Hafen von Honolulu grüßt der Aloha Tower – eines der bekanntesten Wahrzeichen Hawaiʻis und seit fast 100 Jahren das symbolische Tor zu den Inseln.
Waikīkī Beach auf Oʻahu ist einer der bekanntesten Strände der Welt und repräsentiert das typische Hawaiʻi‑Gefühl. Der lange, goldene Sandstrand erstreckt sich entlang der Skyline von Honolulu und bietet ideale Bedingungen zum Schwimmen, Surfenlernen und Entspannen. Palmen, Hotels und der Blick auf den markanten Vulkan Diamond Head prägen die Kulisse. Trotz seiner Beliebtheit bewahrt Waikīkī eine entspannte Atmosphäre, in der sich Tradition, tropisches Flair und urbanes Leben auf besondere Weise verbinden.
Das Kontrastprogramm zur betörenden Natur und großartigen Stränden ist Pearl Harbor. Pearl Harbor ist sowohl ein aktiver US‑Marinestützpunkt westlich von Honolulu als auch eine bedeutende Gedenkstätte, darunter das USS Arizona Memorial, das an die Opfer des Angriffs erinnert. Seine geschichtliche Bedeutung erhielt der Ort durch den japanischen Überraschungsangriff am 7. Dezember 1941, bei dem große Teile der US‑Pazifikflotte zerstört oder schwer beschädigt wurden. Mehr als 2.400 Menschen kamen ums Leben, und die USA traten am folgenden Tag in den Zweiten Weltkrieg ein.
Kauai
Kauaʻi ist die älteste der großen Hawaii‑Inseln. Sie wirkt wie ein tropischer Garten mitten im Pazifik. Üppige Regenwälder, tief eingeschnittene Täler und die dramatischen Klippen der Nā Pali Coast prägen ihr Landschaftsbild. Im Inselinneren liegt der regenreiche Mount Waiʻaleʻale, dessen Wasserfälle und Schluchten Kauaʻi den Beinamen „Garten Insel“ eingebracht haben.
Mit der MS Artania legten wir in Nawiliwili an. Der Hafen von Nawiliwili ist durch seine atemberaubende Naturschönheit und seine entspannte Atmosphäre ein beliebtes Eingangstor zu den kristallklaren Gewässern und der Natur der Insel.
Nicht weit vom Hafen liegt der Nawiliwili-Park. Am Ufer vor dem Park liegt der Kalapaki-Beach. Das ist eine kleine Bucht mit einem schönen sauberen und naturbelassenen Sandstrand. Allerdings, wir sind in Amerika und das heißt, dass hinter dem Strand zwei große Hotelkomplexe; ein Sheraton Hotel mit 11 Stockwerken und ein etwas kleineres Marriot Hotel stehen. Dazu kommen auf der gegenüberliegenden Landzunge noch einige sehr weitläufige Golf-Ressorts. Das Wasser ist recht angenehm temperiert, schön sauber und ruhig. Nur kleine Wellen kommen gelegentlich in die Bucht hinein, sicherlich zum Leid derer, die gerne Surfen würden. Einige Surfer sind dennoch unterwegs, für ungeübte ist das hier offensichtlich eine gute Stelle. Das Wasser wird schon keine 10 Meter hinter der Strand-Linie brusttief und dann noch tiefer; für Schwimmer einfach optimal.
Wenn man die Insel nicht erwandern will, so kann man die natürliche Dramatik der Insel am besten bei einem Rundflug mit dem Helikopter bewundern. Es bieten sich großartige Ausblicke auf die Küstenlinie und die schroffen und tiefen Täler des Inselinneren mit ihren hohen Wasserfällen.
Tsunami - tödliche Gefahr aus dem Wasser
Die Inseln von Hawaiʻi sind wahrhaft paradiesische Inseln. Aber auch im Paradies lauert die Gefahr. Geboren aus dem Feuer und geformt vom Wasser bieten sich die Inseln dem Besucher dar. Unter der Oberfläche des Paradieses jedoch lauern die Mächte des Erdinnern. Gar nicht so verborgen sind sie auf Big Island, wo wir die Vulkane Kīlauea und Mauna Loa, der größter Vulkan der Erde nach Volumen. Während der Mauna Loa zuletzt 1984 ausbrach, ist der Kilauea seit 2024 aktiv.
Aber nicht nur Vulkane bedrohen die Inseln. Geologische Prozesse des pazifischen Feuerrings können Erdbeben auslösen und diese wiederrum können Tsunamis hervorrufen. Die Tsunami‑Uhr in Hilo auf Hawaiʻi erinnert an eine der schwersten Katastrophen in der Geschichte der Insel. Die Welle traf Hilo um 1:04 Uhr morgens – genau zu diesem Zeitpunkt blieb die Uhr stehen. Ihre Zeiger wurden nie wieder in Gang gesetzt, obwohl sie später restauriert wurde. Der Tsunami zerstörte große Teile von Hilo (Big Island), tötete 61 Menschen und vernichtete über 500 Gebäude.
