Vulkan Yasur
im November 2025
Der Vulkan Yasur auf Tanna (Vanuatu) zählt zu den weltweit aktivsten Vulkan mit andauernder Strombolianischer Aktivität. Er bietet seit mehreren Jahrhunderten ein Schauspiel nahezu kontinuierlicher vulkanischer Aktivität. Seine offene, leicht zugängliche Caldera ermöglicht einzigartige Anblicke und ist ein touristischer Höhepunkt aller Reisen durch die Südsee. Aufgrund seiner relativ abgelegenen Position ist er jedoch nicht überlaufen.
Vor dem Aufstieg zum Vulkan muss man sich im Besucherzentrum anmelden und die Gebühren bezahlen. Dort wird mann über die Gefahren des Vulkans aufgeklärt. Bei unserem Besuch steht der Vulkan-Aktivitätsindex auf „2“, was für einen Besuch optimal ist. Der Index "2" bedeutet, dass man vulkanische Aktivität sehen kann, ohne übermäßig gefährdet zu sein. Ab einem Index von „3” wird der Zugang gesperrt und bei einem Index von „1” gibt es nur wenig zu sehen.
Geleitet von einheimischen Führern geht es vom Besucherzentrum mit Autos zum Parkplatz und von dort aus nochmals etwa 200 Meter zu Fuß hinauf bis zum Krater des Vulkans. Bereits beim Aufstieg sind das eindrucksvolle Grollen und Explosionsgeräusche aus den Schloten zu hören. Wenn man dann am Kraterrand steht und in den Höllenschlund hinunterschaut, dann läuft fast jedem ein Schauer über den Rücken. Nach Einbruch der Dämmerung wird das Schauspiel der kochenden Lava etwa 200 Meter unterhalb gut sichtbar. Immer wieder schießen glühende Lavabrocken und Fontänen aus geschmolzenem Gestein hinauf, die jedoch meistens in sicherer Entfernung vom Kraterrand bleiben. Dieses Schauspiel ist einfach fantastisch und der Höhepunkt jeder Reise in die Südsee.
Der Yasur ist ein typischer Stratovulkan. Sein Hauptkrater Vulki Mulki hat einen Durchmesser von ca. 300 m und eine Tiefe von ca. 150 m, in ihm befinden sich fünf Schlote. Während wir ihn im November 2025 besuchten, war der südliche Schlot, welcher unmittelbar an den Besucherbereich grenzt, am aktivsten. Durchschnittlich ereigneten sich alle 3 Minuten Explosionen.
Touren auf den Yasur bieten viele Ressorts und Veranstalter auf Tanna an. Aber auch ohne vorab organisierte Tour kann man auf den Vulkan steigen. Dazu muss man sich am Besucherzentrum melden. Die beste Zeit ist kurz vor Einbruch der Dunkelheit, denn dann kann man die Lava im Krater gut brodeln sehen. Besuche sind möglich, solange der Vulkan nicht zu aktiv ist und vor allem, so lange das Wetter nicht zu schlecht ist. Bei starkem Regen ist der Aufenthalt nicht nur "ungemütlich" sondern auch gefährlich und wird daher nicht angeboten.
Ascheebenen des Yasur
Jahrhundertelange strombolianische Eruptionen, bei denen der Yasur fast kontinuierlich Asche, Lapilli und feine pyroklastische Partikel ausgestoßen hat, haben die Ascheebenen des Yasur geformt. Für die eingeborenen Einwohner Tannas sind die Ebenen Teil des heiligen Umfelds des Yasur. Der Vulkan gilt als „Stimme der Ahnen“, und die umliegenden Landschaften haben spirituelle Bedeutung.
Die Asche hat sich großflächig abgelagert und bildet eine karge, graue, fast mondartige surreal wirkende Landschaft. Die Ascheebenen liegen am Fuß des Vulkans und bilden den Übergang zwischen vegetationsreichen Zonen und dem aktiven Kraterbereich. Die Asche ist sehr fein und bildet dünne, instabile Schichten, die bei Regen schnell erodieren. Die Kraft des Wassers hat in die Ascheebene eine Erosionsrinne gefräst, die wir auf unserer Fahrt durchquerten. Für eine solche Fahrt braucht man ein geeignetes Auto mir 4-Rad Antrieb und einen geübten Fahrer, der sich im Gelände auskennt. Landkarten in ausreichender Detaillierung gibt es nicht.

