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Die Vulkane der Inseln von Hawaiʻi

Besucht im Frühjahr 2024

Inseln, geboren aus dem Feuer - geformt vom Wasser

Die Vulkane des pazifischen Feuerrings entstanden dadurch, dass sich tektonische Platten untereinander schieben und dass an dieses „Sollbruchstellen“ der Erdkruste Magma aufsteigt das die Vulkane bildet. Die Hawaiʻi-Inseln jedoch liegen nicht auf einer solchen Plattengrenze. Sie verdanken ihre Existenz einem stationären Hotspot tief im Inneren des Erdmantels. Die Hitze des Hotspot schmilzt die Gesteinsschicht, die flüssige Lava steigt auf und bildet riesige Schildvulkane. Im Fall der Hawaiʻi-Inseln sind es Vulkane mit extrem dünnflüssiger Basaltlava. Und jetzt wird es interessant, denn der Hotspot selbst bewegt sich kaum. aber die Pazifische Platte driftet darüber hinweg. Da sich die Pazifische Platte mit etwa 7–10 cm pro Jahr nach Nordwesten bewegt, entsteht eine Kette von Vulkanen, die umso älter werden, je weiter sie vom Hotspot entfernt liegen. Die Insel Hawaii (Big Island) liegt direkt über dem Hotspot; sie ist die jüngste Insel, und heute noch vulkanisch (mit den Vulkanen Kīlauea und Mauna Loa) aktiv. Südöstlich von Big Island wächst bereits der nächste Vulkan, der den Namen Kamaʻehuakanaloa oder auch als Loʻihi bekam. Bis dieser Seamount Oberfläche des Pazifiks kommt, wird es noch viele Jahrtausende dauern.

Weiter nordwestlich von Big Island liegen die immer älteren Insel Maui, Molokaʻi, Oʻahu, Kauaʻi auf denen wir heute keinen aktiven Vulkanismus beobachten können. Dafür bestechen diese Inseln mit den durch die Erosion geformten schroffen Felslandschaften und bieten großartige Formationen mit gewaltigen Wasserfällen und tiefen Schluchten. Noch weiter im Nordwesten liegen die Nordwest-Hawaiianischen Inseln als Atolle und Riffe. Die Spur, die der Hotspot erzeugte, als die Pazifische Platte über ihn wanderte, kann in der  Hawaiian–Emperor Seamount Chain abgelesen werden. Als Seamount werden unterirdische Vulkane bezeichnet. Die Hawaiian–Emperor Seamount Chain reicht über etwa 6.000 Kilometer vom Aleuten-Tiefseegraben bis zu den Inseln von Hawaii. Dabei sind die meisten der Vulkane bis auf die Inseln von Hawaii unterseeisch und erloschen.


Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark

Was wäre ein Besuch auf der Insel Hawaiʻi (Big Island), ohne eine Abstecher in das UNESCO Weltnaturerbe "Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark". Dieser knapp 1.400 m² große Park umfasst neben großen Lavafeldern, eingebettet in üppige tropische Vegetation, die Caldera des aktiven Vulkans Kīlauea.

Die Caldera ist über 4,5 km lang und über 3 km breit. Der Rand liegt etwa 1.100 m über dem Meeresspiegel. Während der Boden der Caldera von Lavaflüssen des 19. und 20. Jahrhunderts bedeckt ist, bestehen die Wände aus scharfen Abbruchkanten die durch das Absinken des Caldera-Bodens entstanden sind. Seit 2024, nach unserem Besuch, gibt es immer wieder Eruptionen innerhalb der Caldera.

Der wichtigster innerer Krater, Halemaʻumaʻu, am südwestlichen Rand der Caldera wird traditionell als Wohnort der Feuergöttin Pele angesehen.

Die Aussichtspunkte über die Caldera werden durch den 18 km langen Crater Rim Drive erschlossen.